Aktuelles
Abschlussfeier des TUMKollegs 2026
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Am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, fand die erste Abschlussfeier des TUMKollegs im Rahmen des neuen Sekundarschulsystems im obersten Stockwerk der TUM School of Social Sciences and Technology in der Marsstraße in München statt. Ab September 2017 wurde das bisherige G8-System, bei dem Schüler in acht Jahren auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet wurden, schrittweise abgeschafft und durch das aktuelle G9-System ersetzt, bei dem die Schüler neun Jahre Zeit haben, sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten. Die letzten Prüfungen nach dem G8-System fanden im Frühjahr/Sommer 2024 statt, während der erste Jahrgang der G9-Schüler seine Abschlussprüfungen im Frühjahr/Sommer 2026 ablegte.
Nach einem Jahr ohne Abiturienten in Bayern und somit ohne Absolventen des TUMKollegs reflektierten die Rednerinnen und Redner bei der diesjährigen Feier wiederholt über die erfolgreiche Umsetzung des G9-Systems und insbesondere über die gelungene Anpassung des TUMKollegs an das neue System. Begleitet von der „Fancy Cool Brass Band“ (Werner-Heisenberg-Gymnasium) und moderiert von Prof. Jenna Koenen (Lehrstuhl für Chemiedidaktik, TUM School of Social Sciences and Technology) wurden bei der Feier die Absolventen beider teilnehmenden Gymnasien geehrt: das Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting (OvTG) und das Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching bei München. Bei der Veranstaltung verglich Koenen die verschiedenen Phasen des TUMKolleg-Programms, die die Absolventen durchlaufen hatten, mit der derzeit stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft – das Ergebnis seien „Abiturienten, die wissen, was es braucht, um wissenschaftlich zu forschen und sich neuen Herausforderungen zu stellen“.
Prof. Jeanne Rubner, Vizepräsidentin für Globale Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit an der TUM, betonte im Anschluss das Engagement der TUM bei der Förderung junger Talente und der gesellschaftlichen Beteiligung. Sie zeigte sich sehr erfreut darüber, dass 80 % der TUMKolleg-Absolventen anschließend ein Studium in MINT-Fächern aufnehmen.
Christian Sailer, Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur, lobte die Leistungen der TUMKolleg-Absolventinnen und Absolventen, hob deren Engagement, Kompetenz und Talent hervor und wünschte ihnen Glück und Erfolg für die Zukunft. Abschließend sprachen beide Schulleiter (Armin Eifertinger von WHG und Alexander Schröder von OvTG) den Schülern ihre Anerkennung aus und brachten ihren Stolz auf deren Leistungen zum Ausdruck.
Unter dem Titel „Wir waren im TUMKolleg“ hielten die Schüler Alexander Jusko (WHG) und Johann Probst (OvTG) anschließend kurze Vorträge über ihre Forschungsprojekte an der TUM. Niklas Lison (OvTG) folgte mit einem kurzen Vortrag über sein Auslandspraktikum, einen obligatorischen Bestandteil des TUMKolleg-Programms, das er am ALOMAR-Observatorium auf der Insel Andøya (Norwegen) absolvierte.
Bevor es mit der Preisverleihung weiterging, erhielt Dr. Fabian Stöcker vom Lehrstuhl für Bewegungswissenschaften und Betreuer am TUMKolleg aus den Händen von Markus Stöckle (OvTG) eine Auszeichnung für herausragende Beiträge zum TUMKolleg – für sein Engagement, seine inspirierende Herangehensweise und seine kontinuierliche Unterstützung. Elias Stadlbauer und Gero Schulze-Zumkleyn, beide TUMKolleg-Alumni, beendeten den offiziellen Teil, indem sie die Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2024–2026 im TUMKolleg-Alumni-Netzwerk willkommen hießen.
Die TUMKolleg-Absolventen beider TUM Schools, von denen einige von ihren TUM-Betreuern begleitet wurden, wurden anschließend einzeln für ihre Arbeit gewürdigt und erhielten die offiziellen TUMKolleg-Zertifikate. Als Anerkennung für ihre Zeit und ihr Engagement erhielten die bei der Veranstaltung anwesenden TUM-Betreuer eine silberne TUM-Ehrennadel. Im Anschluss an die Feier wurden Gruppenfotos gemacht, und die Absolventinnen und Absolventen sowie ihre Freunde und Familien wurden zu Getränken und einem Buffet im Nebenraum eingeladen.
TUMKolleg an der TUM School of Natural Sciences
Am TUMKolleg 2024–2026 nahmen insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler teil, von denen sich vier dafür entschieden, ihre Forschungsprojekte an der TUM School of Natural Sciences (NAT) durchzuführen. Aufgrund der Art ihrer Experimente war es schwierig, Fortschritte zu erzielen, wenn sie nur mittwochs an die NAT kamen (Standardregelung des TUMKollegs), sodass ein Großteil der Forschungsarbeit während der Schulferien durchgeführt werden musste. Nachfolgend sind weitere Informationen zu den verschiedenen Projekten zu finden (Namen der Schüler in alphabetischer Reihenfolge).
Viola Ballmann
Viola forschte in der Gruppe von Prof. Thomas Brück (Synthetische Biotechnologie) unter der Betreuung von Dr. Dania Awad. Das Hauptziel ihres Projekts bestand darin, natürliche Organismen auf ihre Fähigkeit hin zu untersuchen, nachhaltigeren, selbstheilenden Zement zu bilden. Viola untersuchte verschiedene Bakterienstämme sowie koralline Rotalgen hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Kalziumkarbonat (CaCO₃) innerhalb einer Zementstruktur zu produzieren, wodurch diese mutmaßlich in die Lage versetzt wird, Risse von innen heraus zu füllen (Selbstheilung) und so ihre Lebensdauer zu verlängern.
Magnus Güldenpfennig
Magnus forschte in der Gruppe von Prof. Stephan Sieber (Bioorganische Chemie) unter der Betreuung von Dr. Nina Bach. Magnus’ Forschung konzentrierte sich auf die Synthese von LPC-233, einem neuen Antibiotikum, das darauf abzielt, LpxC zu hemmen, wodurch die Außenmembransynthese gramnegativer Bakterien blockiert und die derzeitige Antibiotikaresistenz überwunden werden soll. Magnus präsentierte seine Arbeit beim Wissenschafts- und Technologiewettbewerb „Jugend forscht“, wo er den zweiten Preis im Fach Chemie (Region München-West) erhielt.
Leo Harthun
Leo forschte im Labor von Prof. Hubert Gasteiger (Technische Elektrochemie) unter der Betreuung der Doktoranden Michael Geserer, Jonas Dickmanns und Per Finne. Leo arbeitete an der Entwicklung neuer Batterien auf der Basis eines Silizium-Verbundwerkstoffs. Dieses Material vereint die Kapazität von Silizium mit der langen Lebensdauer von Grafit. Leo untersuchte die Eignung verschiedener Bindemittel, also Klebstoffe, um die verschiedenen Komponenten der Elektroden zusammenzuhalten.
Victoria Kolmsee
Victoria forschte in der Gruppe von Prof. Roland A. Fischer (Organische und metallorganische Chemie) unter der Betreuung von Dr. Romy Ettlinger. Victoria beschäftigte sich mit der Entfernung von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) aus kontaminiertem Wasser. Zu diesem Zweck arbeitete sie an der Synthese von metallorganischen Gerüsten (allgemein bekannt als MOFs) und deren Einbau in Kompositperlen auf Natriumalginatbasis sowie in 3D-gedruckte Membranen. Auch wenn noch weiterer Forschungsbedarf besteht, zeigt ihre Arbeit das Potenzial von MOFs als fortschrittliche Sorptionsmittel für die PFAS-Entfernung. Wie Magnus präsentierte auch Victoria ihre Forschungsarbeit beim Wissenschafts- und Technologiewettbewerb „Jugend forscht“ (Region München West), wo sie ebenfalls einen zweiten Preis in Chemie sowie einen Sonderpreis in Umwelttechnik erhielt.
Herzlichen Glückwunsch an alle Absolventen des TUMKollegs und vielen Dank an die Betreuerinnen und Betreuer für ihre Zeit und ihr Engagement!
Das TUMKolleg 2025–2027 hat bereits begonnen: Zwei Studierende führen aktuell ihre Forschungsarbeiten an der NAT durch.
Links und weitere Informationen
- TUMKolleg: https://tumkolleg.de/absolventenfeier-des-tumkollegs-2024-2026/
- „TUMKolleg: ein einzigartiges Outreach-Projekt der TUM“ https://www.nat.tum.de/nat/aktuelles/chemie/article/tumkolleg-ein-einzigartiges-outreach-projekt-der-tum/
Teilnehmende Gymnasien
- Otto-von-Taube Gymnasium Gauting www.ovtg.de
- Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching www.whg-garching.de
Wissenschaftliche Links
- Prof. Thomas Brück https://www.ch.nat.tum.de/wssb/startseite/
- Prof. Stephan Sieber https://www.bio.nat.tum.de/oc2/home/ (auf Englisch)
- Prof. Hubert Gasteiger https://www.ch.nat.tum.de/tec/home/ (auf Englisch)
- Prof. Roland Fischer https://www.ch.nat.tum.de/amc/home/ (auf Englisch)
- Dr. Romy Ettlinger https://www.ettlab.eu/ (auf Englisch)
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