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Center for Smart Drug Design begrüßt Merck und präsentiert Spitzenforschung sowie Start-up-Innovationen
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Das kürzlich gegründete Center for Smart Drug Design (CSDD) der Technischen Universität München (TUM) brachte führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Industrie zum Symposium „Center for Smart Drug Design meets Merck“ im Center for Protein Assemblies (CPA) am Campus Garching zusammen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie die Kompetenzen in den Bereichen Prävention, Früherkennung und Therapieentwicklung vereint und gleichzeitig Innovationen, Start-up-Aktivitäten sowie Industriekooperationen stärkt, um die Überführung biomedizinischer Entdeckungen in konkrete Gesundheitslösungen zu beschleunigen.
Zu Beginn des Symposiums stellte CSDD-Sprecher Prof. Stephan Sieber (TUM School of Natural Sciences) das Zentrum als neue interdisziplinäre Initiative vor, die Brücken zwischen Grundlagenforschung, klinischer Anwendung und Unternehmertum schlägt. Das Center for Smart Drug Design bündelt Expertise aus Chemie, Biologie, Medizin und Datenwissenschaften, um einige der drängendsten Herausforderungen im Gesundheitswesen anzugehen.
„Was das Center for Smart Drug Design einzigartig macht, ist die Tatsache, dass wir Prävention, Diagnostik und Behandlung in einer gemeinsamen Strategie vereinen, um die Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg zu verbessern“, erklärte Sieber. Unterstützt durch die Hightech Agenda Bayern verfolgt das Zentrum das Ziel, innovative therapeutische Ansätze zu entwickeln und gleichzeitig ein starkes Ökosystem für translationale Forschung aufzubauen. Eine enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern sei dabei entscheidend, um wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Vorteile für Patientinnen und Patienten zu überführen.
„Am Center for Smart Drug Design wollen wir innovative Werkzeuge und Ansätze entwickeln, die über bestehende Paradigmen hinausgehen. Durch die Verbindung von Forschung, Lehre, Unternehmertum und starken Industriepartnerschaften möchten wir nicht nur neue Behandlungsmöglichkeiten schaffen, sondern auch die Früherkennung und Prävention von Krankheiten verbessern. Kooperationen wie jene mit Merck sind entscheidend, um wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlichen Nutzen zu übersetzen.“ – Prof. Stephan Sieber
Wissenschaftliche Exzellenz trifft Unternehmertum
Ein zentrales Thema des Symposiums war die Frage, wie wissenschaftliche Durchbrüche in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert umgesetzt werden können. Prof. Gerhard Kramer, Senior Vice President for Research and Innovation der TUM, betonte das Engagement der Universität, Innovationen ebenso konsequent zu fördern wie akademische Spitzenleistungen.
Anhand erfolgreicher Beispiele aus dem TUM-Start-up-Ökosystem, darunter die jüngsten Erfolge von Isar Aerospace und zahlreicher Life-Science-Ausgründungen, hob Kramer hervor, dass Universitäten nicht nur Wissen erzeugen, sondern Forschende auch dazu befähigen sollten, ihre Innovationen in die Gesellschaft zu tragen.
„Eine Universität ist nicht nur ein Ort, an dem Wissen geschaffen wird. Sie kann und sollte auch ein Ort sein, an dem Menschen lernen, Verantwortung dafür zu übernehmen, Wissen in Handeln zu überführen.“ – Prof. Gerhard Kramer
Drei strategische Säulen: Prävention, Diagnostik und Therapie
Im Laufe des Tages präsentierten Forschende des CSDD Technologien und Projekte, die die drei strategischen Säulen des Zentrums veranschaulichen: Prävention, frühe Diagnostik und Therapie.
Im Bereich Prävention stellte Prof. Katharina Timper (TUM School of Medicine & Health) Forschungsergebnisse vor, die zeigen, wie natürlich vorkommende pflanzliche Duftstoffe den menschlichen Stoffwechsel beeinflussen können. Ihr Team konnte nachweisen, dass bestimmte flüchtige organische Verbindungen Serotoninrezeptoren aktivieren, die an der Regulierung des Appetits beteiligt sind. Dies eröffnet neue Perspektiven für präventive Therapien und Maßnahmen zur Förderung der metabolischen Gesundheit.
Für die frühe Krankheitsdiagnostik präsentierte Dr. Ivy Curren (TUM School of Medicine & Health) moderne optoakustische Bildgebungstechnologien, die mikroskopisch kleine Blutgefäßnetzwerke sichtbar machen und krankheitsbedingte Gefäßveränderungen bereits vor dem Auftreten klinischer Symptome erkennen können. Durch die Kombination von Bildgebungsdaten mit genomischen, proteomischen und lebensstilbezogenen Informationen sollen künftig digitale Zwillinge entstehen, die hochpersonalisierte Diagnostik- und Präventionsstrategien ermöglichen.
Mehrere Vorträge widmeten sich zudem der nächsten Generation der Präzisionsmedizin. Prof. Susanne Kossatz (TUM School of Medicine & Health) stellte Fortschritte in der molekularen Bildgebung und bei Radiopharmazeutika für die Krebsdiagnostik und -therapie vor. Prof. Bernhard Küster (TUM School of Life Sciences) zeigte, wie groß angelegte Proteomik-Analysen Wirkmechanismen von Medikamenten und Resistenzwege mit bisher unerreichter Detailtiefe sichtbar machen können. Prof. Stephan Sieber ergänzt diesen Forschungsansatz durch den Einsatz chemischer Proteomik zur Identifizierung und Entwicklung kovalenter Binder, mit denen sich neue therapeutisch relevante Zielstrukturen erschließen lassen.
Ein weiteres zentrales Thema war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Prof. Thomas Schlichthärle (TUM School of Natural Sciences) demonstrierte, wie KI-gestütztes Proteindesign die Entwicklung biologischer Wirkstoffe revolutioniert und die gezielte Gestaltung von Proteinen für Bildgebung, Therapie und Regeneration ermöglicht. Prof. Michael Sattler (TUM School of Natural Sciences) präsentierte Ansätze zur Identifikation nicht-kodierender RNAs als neue Klasse von Angriffspunkten für Krebsmedikamente unter Einsatz von CRISPR-Technologien, Strukturbiologie und KI-Methoden.
Prof. Florian Bassermann (TUM School of Medicine & Health) erläuterte, wie die natürliche Proteinabbau-Maschinerie der Zelle neue Möglichkeiten für Krebstherapien eröffnet. Im Mittelpunkt seiner Forschung steht das Ubiquitin-Proteasom-System, das Stabilität und Abbau von Proteinen reguliert und bei vielen Krebsarten gestört ist.
Prof. Matthias Hebrok (TUM School of Medicine & Health) zeigte auf, wie die Organoid-Technologie neue Perspektiven für die regenerative Medizin und die Krebsforschung eröffnet. Im neu gegründeten Center for Organoid Systems nutzt sein Team Stammzellen zur Erzeugung von Pankreasgewebe, das sowohl zur Modellierung von Krankheiten als auch als potenzielle Therapieplattform dient.
Prof. Julian Grünewald (TUM School of Medicine & Health) beschrieb, wie moderne Genom-Editierungstechnologien nicht nur zur Behandlung von Krankheiten, sondern auch zur Identifikation neuer therapeutischer Zielstrukturen eingesetzt werden können. Mithilfe fortschrittlicher CRISPR-Werkzeuge wie Basen-Editoren kann er, in Kollaboration mit Dr. Andrea Schmidts (TUM Klinikum) tausende genetische Veränderungen systematisch untersuchen und Mechanismen der Resistenz gegenüber Krebsimmuntherapien, beispielsweise CAR-T-Zellen, entschlüsseln.
Die Vorträge verdeutlichten eindrucksvoll die breite technologische Basis des Zentrums und seinen Anspruch, neue Maßstäbe bei Prävention, Diagnostik und Therapie zu setzen. Zugleich machten sie den interdisziplinären Charakter des Centers for Smart Drug Design sichtbar, das Forschende der TUM Schools of Natural Sciences, Medicine & Health sowie Life Sciences zusammenführt, um innovative Lösungen für die Gesundheitsversorgung der Zukunft zu entwickeln.
Merck als Partner für translationale Innovation
Die Zusammenarbeit mit der Industrie bildete einen weiteren Schwerpunkt des Symposiums. Vertreterinnen und Vertreter von Merck stellten die Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Healthcare, Life Science und digitale Technologien vor und betonten die Bedeutung langfristiger Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Industrie.
Dr. Ulrich Betz (Senior Vice President of Innovation at Merck) hob das Engagement des Unternehmens für wissenschaftliche Innovation und offene Zusammenarbeit hervor. Forschende von Merck präsentierten zudem, wie Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um die Entwicklung neuer Medikamente zu beschleunigen.
Betz warb außerdem für eine engere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie im Rahmen von Innovationsprogrammen, Forschungsförderungen und dem Future Insight Prize. Gleichzeitig lud er Forschende zur nächsten Curious Future Insight Conference ein, die er als das „Woodstock der Wissenschaft“ bezeichnete.
Der Austausch mit Merck bot den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in industrielle Forschung und zeigte, wie akademische Erkenntnisse durch strategische Partnerschaften schneller in praktische Anwendungen überführt werden können.
Start-up-Pitches zeigen unternehmerische Dynamik
Ein besonderes Highlight war die gemeinsam mit den TUM Venture Labs organisierte Start-up-Session. Unter der Moderation von Dr. Sabine Oldemeyer, Leiterin des Venture Labs Chem/Biosystems, wurde deutlich, dass Unternehmertum zunehmend zu einem integralen Bestandteil moderner Life-Science-Forschung wird.
Mehrere Start-ups aus dem TUM-Ökosystem präsentierten innovative Technologien an der Schnittstelle von Biotechnologie, Diagnostik und Gesundheitsversorgung. Keynostic stellte eine Plattform zur Überwachung von Mikronährstoffen für den Heimgebrauch vor, die Schnelltests, Smartphone-gestützte Analysen und personalisierte Gesundheitsempfehlungen kombiniert. Exosphere präsentierte neue Technologien, die eine frühzeitige Krebsdiagnostik zugänglicher und skalierbarer machen sollen.
Darüber hinaus präsentierten sich 2NA FISH, das hochsensitive Technologien der räumlichen Transkriptomik für die Krebsdiagnostik entwickelt, sowie BugSense, CPTx, SmartBax und Ingineeon. Die Unternehmen adressieren Herausforderungen in Bereichen wie Biotechnologie, Arzneimittelentwicklung und innovative Gesundheitslösungen.
Die Start-up-Präsentationen verdeutlichten die große Bandbreite unternehmerischer Aktivitäten an der TUM und zeigten eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Exzellenz in innovative Produkte und erfolgreiche Unternehmen überführt werden kann. Zugleich unterstrichen sie den Mehrwert eines Innovationsökosystems, das Forschende, Gründerinnen und Gründer sowie Industriepartner miteinander vernetzt.
Forschung, Industrie und Start-ups gemeinsam für die Gesundheit der Zukunft
Durch die Kombination aus exzellenter Forschung, industrieller Zusammenarbeit und unternehmerischer Innovation veranschaulichte das Symposium die Vision des Center for Smart Drug Design: die Schaffung eines integrierten Rahmens für Prävention, Früherkennung und Therapie, der den Weg von wissenschaftlichen Entdeckungen hin zu konkretem Nutzen für Patientinnen und Patienten deutlich beschleunigt.
Beteiligte Start-Ups:
Weiterführende Informationen
- Center for Smart Drug Design (CSDD)
- TUM Venture Labs, Chem / Biosystems
- Merck, Curious Future Insight Conference 2027
- Center for Protein Assemblies (CPA)
- Center for Organoid Systems (COS)
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