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CRC-Jubiläum und Symposium „Perspectives of Catalysis Research“ feiern ein Jahrzehnt exzellenter Katalyseforschung
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Festakt & Urkundenübergabe
Vorträge der Preistragenden
Poster Session
Das Zentralinstitut für Katalyseforschung (CRC) der Technischen Universität München (TUM) feierte in diesem Sommer ein doppeltes Jubiläum: zehn Jahre CRC-Forschungsgebäude und zehn Jahre Dr. Karl Wamsler Innovation Award für Katalyseforschung. Aus diesem Anlass kamen die CRC-Gemeinschaft, Vertreterinnen und Vertreter der Universität, Industriepartner sowie führende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um ein Jahrzehnt Katalyseforschung an der TUM zu würdigen.
Die Jubiläumsfeier begann mit einer Veranstaltung, die dem CRC-Gebäude und den Menschen gewidmet war, die es täglich mit Leben füllen. Der leitende wissenschaftliche Direktor Prof. Roland A. Fischer blickte auf das erste Jahrzehnt des Forschungszentrums zurück und bezeichnete es sowohl als „sichtbaren Ausdruck einer wissenschaftlichen Vision“ als auch als Arbeitsstätte einer „lebendigen, großen Gemeinschaft“. Rückblickend auf die Entstehung des CRC als Ort, der Katalyseforschung, Zusammenarbeit und operative Abläufe vereint, dankte er den zahlreichen Beteiligten, die über Disziplingrenzen hinweg Chemie, Physik, Materialwissenschaften, Ingenieurwesen, Theorie, Simulation, Analytik und Datenwissenschaft zusammenbringen.
Prof. Fischer betonte, dass das Zentralinstitut weit mehr als nur ein Ort sei: Es sei das Ergebnis des Engagements zahlreicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Verwaltungsmitarbeitender, technischer Teams und zentraler Infrastruktureinrichtungen. Ihr Einsatz mache das CRC jeden Tag zu einem „funktionierenden Ort der Wissenschaft“. Mit Blick auf die Zukunft beschrieb er das CRC als eine sich stetig weiterentwickelnde Plattform für neue Professuren, neue Technologien und aufkommende Forschungsfelder - von der digitalen Katalyse bis hin zu robotergestützten Laborumgebungen. Abschließend sprach er seinen Dank an die mehr als 300 Menschen aus, die exzellente Forschung am CRC ermöglichen.
Nach diesem Moment der Wertschätzung richtete sich der Blick auf die internationale Bühne des Dr. Karl Wamsler Innovation Awards. Seit 2017 zeichnet dieser Award (großzügig unterstützt von Clariant) herausragende Forschende aus, deren Arbeit sowohl zum grundlegenden Verständnis als auch zur industriellen Anwendung der Katalyse beiträgt. Entsprechend diesem Anspruch bot das Symposium Vorträge der Preisträger der Jahre 2025 und 2026, Prof. Tao Zhang und Prof. Frances H. Arnold, sowie weitere Vorträge früherer Preisträgerinnen und Preisträger und eingeladener Expertinnen und Experten renommierter internationaler Institutionen auf dem Forschungsfeld der Katalyse.
Während der dreitägigen Veranstaltung erkundeten die Teilnehmenden die gesamte Bandbreite moderner Katalyseforschung. Themen waren unter anderem nachhaltige Energietechnologien, die Nutzung von CO₂, chemische Synthese, Materialwissenschaften, Photokatalyse, Elektrokatalyse und Biokatalyse. Die Vorträge verdeutlichten, wie Katalyse Innovationen in Bereichen wie erneuerbare Ressourcen, Recyclingtechnologien, künstliche Enzyme, datengetriebenes Katalysatordesign und KI-gestützte Optimierung vorantreibt.
In seiner Eröffnungsrede sprach TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann über die besondere Bedeutung des Anlasses, den er als Chemiker als eine Art „nach Hause kommen“ beschrieb. Er dankte Clariant und insbesondere Susanne Wamsler für ihr anhaltendes Engagement für den Preis und würdigte zugleich den früheren TUM-Präsidenten Prof. Wolfgang A. Herrmann für seine Verdienste um die Chemie und die Gründung des Zentralinstituts für Katalyseforschung. Mit Blick auf das doppelte Jubiläum betonte Prof. Hofmann, dass der „10. Jahrestag des Preises und des CRC“ für „ein Jahrzehnt richtiger Entscheidungen“ stehe. Er hob die zentrale Rolle der Katalyse bei der Bewältigung globaler Herausforderungen hervor und erklärte: „Katalyse ist heute mehr als eine wissenschaftliche Disziplin“; sie sei „eine Schlüsseltechnologie“. Unter Bezugnahme auf das Vermächtnis des Nobelpreisträgers Ernst Otto Fischer erinnerte er daran, dass die Katalyseforschung an der TUM auf dessen bahnbrechende Arbeiten zurückgehe. Gleichzeitig betonte er, dass das CRC „weit mehr als ein Gebäude“ sei, da zahlreiche Forschende auch außerhalb seiner Mauern die Weiterentwicklung der Katalyse vorantreiben.
Prof. Hofmann bezeichnete das CRC als „Katalysator für kollaborative Forschung“ und verwies auf zahlreiche wissenschaftliche Durchbrüche, die erfolgreich in unternehmerische Aktivitäten überführt wurden. Er hob das lebendige Innovationsökosystem der TUM hervor, das derzeit rund 700 Gründerteams umfasst. Mit Dank an Clariant für die gemeinsame Einrichtung des Dr. Karl Wamsler Innovation Awards nach dem Tod von Dr. Karl Wamsler im Jahr 2016 erklärte er, dass der Preis die internationale Sichtbarkeit deutlich erhöht und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie gestärkt hat. Mit Blick in die Zukunft bekräftigte er das Engagement der TUM für dieses Forschungsfeld: „Die Herausforderungen bleiben bestehen, und die Katalyse muss dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die Katalyse steht im Zentrum. Wir werden die Katalyseforschung an der TUM mit voller Kraft unterstützen.“
Für Clariant sprach Dr. Marvin Estenfelder über die zentrale Bedeutung von Innovationen in der industriellen Katalyse. In seinem Vortrag „From Incremental to Breakthrough Innovation - An Industrial Perspective“ zeigte er auf, wie Fortschritte in der Katalysatorentwicklung dazu beitragen, Emissionen zu senken und die Effizienz industrieller Prozesse zu steigern. Er verwies darauf, dass Clariant-Kunden bereits 45 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermieden hätten - ermöglicht durch „Innovationen bei Katalysatoren“. Anhand von Beispielen aus der Formaldehyd- und Olefinproduktion erläuterte Estenfelder, wie Katalysator-Engineering industrielle Prozesse grundlegend verändern kann. Er erklärte, dass die gezielte Steuerung der Wärmeentwicklung und die Modifikation von Katalysatorstrukturen die Leistungsfähigkeit erheblich verbessern können. Bei der Entwicklung neuer katalytischer Prozesse für die Herstellung von Propylen und Ethylen bezeichnete er die Fähigkeit, gleichmäßige Temperaturprofile zu erzielen und gleichzeitig Emissionen zu reduzieren, als „wunderschöne Wissenschaft“. Für zukünftige Durchbruchinnovationen seien Hochdurchsatz-Experimente, fortschrittliche digitale Methoden, tiefes Grundlagenverständnis und starke Partnerschaften gleichermaßen entscheidend. In diesem Sinne äußerte er seine Vorfreude auf die sich anschließenden Diskussionen und den wissenschaftlichen Austausch.
Das Symposium begrüßte eine hochkarätige Gruppe von Vortragenden, darunter Prof. Matthias Beller (LIKAT), Prof. Stephen L. Buchwald (MIT), Prof. Matthew J. Gaunt (University of Cambridge), Prof. Kyoko Nozaki (University of Tokyo), Prof. Yang Shao-Horn (MIT), Prof. Veronique van Speybroeck (Universität Gent) und Prof. Bert M. Weckhuysen (Universität Utrecht), allesamt Preisträgerinnen und Preisträger des Karl Wamsler Innovation Awards, außerdem zahlreiche internationale sowie TUM-Forschende. Ihre Beiträge unterstrichen sowohl die wissenschaftliche Vielfalt als auch die gesellschaftliche Relevanz der Katalyseforschung.
Ergänzend zum wissenschaftlichen Programm bot eine Postersession im CRC über 90 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Arbeiten vorzustellen und mit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie ins Gespräch zu kommen. Networking-Veranstaltungen wie das Konferenzbankett am TUM Institute for Advanced Study förderten darüber hinaus den internationalen Austausch und die Zusammenarbeit.
Durch die Zusammenführung etablierter Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher sowie aufstrebender Talente machte das Symposium das kontinuierliche Engagement des CRC für wissenschaftliche Exzellenz, Innovation und interdisziplinäre Zusammenarbeit deutlich. Gleichzeitig zeigte es die zentrale Rolle, die die Katalyseforschung auch künftig bei der Bewältigung globaler Herausforderungen und auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft spielen wird.
Weitere Informationen und Links
- Zentralinstitut für Katalyseforschung (CRC)
- CRC Symposium "Perspectives of Catalysis Research" (Programm auf Englisch)
- Dr. Karl Wamsler Innovation Award
- TUM Presseartikel: Dr. Karl Wamsler Innovation Award für Frances H. Arnold und Tao Zhang
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