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Matthias Mann und Wolfgang Baumeister erhalten renommierte Gairdner International Awards 2026
Bioscience, Chemie, Physik, Auszeichnung |
Matthias Mann, Direktor der Abteilung „Proteomics und Signaltransduktion“ am MPIB in Martinsried wird die Auszeichnung „Für die Schaffung der Grundlagen der modernen Systemproteomik durch bahnbrechende Innovationen in den Bereichen quantitative Proteinmessung, Massenspektrometrie und computergestützte Analyse“ zugesprochen. Er erhält den Preis zusammen mit John R. Yates III des Scripps Forschungsinstituts, USA und Ruedi Aebersold, Emeritus der ETH Zürich, Schweiz.
Wolfgang Baumeister, emeritierter Direktor am MPIB, erhält den Gairdner Award für „die Entwicklung der Kryo-Elektronentomographie, einer Methode, mit der molekulare Strukturen im Inneren intakter Zellen in nahezu nativer Auflösung sichtbar gemacht werden können, wodurch neue Wege zur Erforschung der Zellarchitektur sichtbar und die inneren Abläufe des Lebens auf molekularer Ebene aufgezeigt werden.“
Die Wissenschaftler erhalten den Preis nicht nur aufgrund der herausragenden wissenschaftlichen Qualität ihrer Forschungsarbeit, sondern auch dafür, dass sie durch ihre Forschung und technologischen Entwicklungen ihre jeweiligen Fachgebiete grundlegend weiterentwickelt haben. Gerade die Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung steht im Mittelpunkt des Preises. Der International Gairdner Award ist mit jeweils 250.000 kanadischen Dollar dotiert.
Die amtierende Geschäftsführende Direktorin des MPIB, Kikuë Tachibana, sagt: „Im Namen des Instituts gratuliere ich unseren beiden Preisträgern und ihren Mitpreisträgern zur gleichzeitigen Verleihung von zwei Gairdner Awards für ihre herausragende Arbeit in verschiedenen Fachgebieten. Diese Auszeichnungen für herausragende Leistungen unterstreichen die Forschungsmöglichkeiten und das Potenzial für Kooperationen, die die erstklassige Forschung an unserem Institut fördern.“
Über Matthias Mann
Matthias Mann, geboren 1959 in Thuine, studierte Physik und Mathematik an der Georg-August-Universität in Göttingen. 1988 promovierte er in Chemieingenieurwesen an der Yale University in New Haven, USA. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der Süddänischen Universität in Odense wurde er 1992 Gruppenleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg. 1998 wurde er zum Professor für Bioinformatik an der Süddänischen Universität ernannt. Seit 2005 ist Matthias Mann Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried/Planegg bei München.
Matthias Mann ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der US National Academy of Sciences sowie Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Für seine Forschung hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Dr. H. P. Heineken Award (2024), den Louis-Jeantet-Preis für Medizin (2012), den Körber European Science Prize (2012) und den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis (2012). Mit über 380.000 Zitaten und einem H-Faktor von 282 (Google Scholar) ist er der meistzitierte Wissenschaftler in Deutschland.
Über Wolfgang Baumeister
Wolfgang Baumeister studierte Biologie, Chemie und Physik an den Universität Münster und Bonn und promovierte 1973 in Biophysik an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf bei Helmut Ruska. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über Stationen als Forschungsassistent an der HHU (1973–1980) und als Heisenberg-Fellow am Cavendish Laboratory der University of Cambridge (1981–1982) zum Max-Planck-Institut für Biochemie, wo er von 1983 bis 2021 zunächst als Gruppenleiter der Molekularen Strukturbiologie und später als Direktor tätig war. Seit 1987 ist er außerordentlicher Professor mit Lehrbefugnis an der Fakultät für Chemie der Technischen Universität München. Zudem ist er seit 2000 Honorarprofessor an der Fakultät für Physik der Technischen Universität München. Seit 2023 ist er außerdem Distinguished Professor an der Shanghai Tech University in China.
Wolfgang Baumeister ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der US National Academy of Sciences sowie Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Für seine Forschung wurden Wolfgang Baumeister eine Vielzahl von Preisen zuerkannt, darunter die Warburg Medaille (1998), der Louis-Jeantet-Preis für Medizin (2003), der Harvey Prize for Science and Technology (2005), der Alexander Hollaender Award in Biophysics (2022), der Rosenstiel Award in Basic Medical Sciences (2023) und der Shaw Prize in Life Science and Medicine (2025).
Über die Gairdner-Stiftung
Die Mission der Gairdner-Stiftung besteht darin, wissenschaftliche Exzellenz weltweit zu würdigen, darüber zu informieren und dazu zu inspirieren.
Die 1957 gegründete Gairdner-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vision von James A. Gairdner zu verwirklichen, bedeutende Forschungsbeiträge zur Behandlung von Krankheiten und zur Linderung menschlichen Leidens anzuerkennen. Mit den renommierten jährlichen Canada Gairdner Awards würdigt die Stiftung die weltweit kreativsten und erfolgreichsten Forscher, deren Arbeit die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen auf der ganzen Welt verbessert. Seit ihrer Gründung wurden 434 Auszeichnungen an Preisträger aus über 40 Ländern verliehen, von denen 103 später den Nobelpreis erhielten.
Die Gairdner Foundation bringt Menschen zusammen, um offen über Wissenschaft zu diskutieren, damit die Öffentlichkeit besser einbezogen wird, die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, besser verstanden werden und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Durch „Gairdner Connects“, unser nationales Outreach-Programm, bringen wir Wissenschaft in Gemeinden in ganz Kanada, um zukünftige Innovatoren zu inspirieren und einen öffentlichen Dialog über die Rolle der Forschung bei der Bewältigung der drängendsten gesundheitlichen Herausforderungen der Welt anzuregen.
Originalartikel: https://www.biochem.mpg.de/matthias-mann-und-wolfgang-baumeister-erhalten-gairdner-international-awards-2026