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Rudolf-Kaiser-Preis 2025 geht an Dr. Florian Dirnberger
BioSysteM, Quantum Science & Technologies, Physik, Auszeichnung |
Die Rudolf-Kaiser-Stiftung zeichnet Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus, mit dem Ziel, ihre Beiträge zur experimentellen Physik hervorzuheben. Zu Ehren des Preisträgers 2025, Dr. Florian Dirnberger, wurde am TUM Zentrum für QuantumEngineering (ZQE) eine Veranstaltung organisiert, um den Preis bekannt zu geben und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zu feiern.
Das Programm wurde mit Grußworten von Dr. Christian Riedel, Geschäftsführer des ZQE, eröffnet. Er hob Dr. Dirnbergers Führungsrolle bei wegweisenden Experimenten zu magnetischen zweidimensionalen (2D) Materialien hervor, darunter bahnbrechende Entdeckungen in der Photonik magnetischer 2D-Festkörper.
Die Preisverleihung erfolgte durch Rainer Lüdtke vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der die Bedeutung der Entwicklung neuer Modelle, neuer experimenteller Ansätze und neuer physikalischer Erkenntnisse betonte, um die Welt besser zu verstehen. Nominiert von Prof. Alexey Chernikov, Inhaber des Lehrstuhls für Ultraschnelle Mikroskopie und Photonik an der Technischen Universität Dresden, wurde Dr. Dirnberger für seine Beiträge zur experimentellen Physik ausgewählt, die in der 2023 in Nature veröffentlichten Arbeit „Magneto-optics in a van der Waals magnet tuned by self-hybridized polaritons“ dargestellt sind.
In seinem Festvortrag “Magnetism, Light and Matter – Insights from 2D Materials” führte er zentrale Konzepte ein, die seine Forschung geprägt haben, darunter Magnonen, Exzitonen und Photonen sowie Magnetismus in monolagigen zweidimensionalen Materialien. Seine Arbeit zeigte eine starke Licht-Materie-Kopplung in Volumenkristallen von CrSBr sowie eine klare Exziton-Photon-Magnon-Kopplung – ein bedeutender Fortschritt für die Polariton-Physik mit potenziellen Anwendungen, die von neuartigen Laserkonzepten bis hin zur Magnon-Polariton-Transduktion reichen. Dabei betonte er, dass sein Erfolg auch auf exzellente Zusammenarbeit, Forschungsinfrastruktur sowie die Unterstützung von Freundinnen, Freunden und Kolleginnen und Kollegen zurückzuführen ist.
Im Anschluss an seinen Vortrag hielt Prof. Ruth Müller, Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschafts- und Technologiepolitik an der School of Social Sciences and Technology der TUM, eine Keynote mit dem Titel “How to Think about Science & Technology in Society”. Ihre Arbeit ist im sozialwissenschaftlichen Forschungsfeld „Science & Technology Studies“ (STS) verortet, das sich mit zwei zentralen Fragen beschäftigt: Wie prägt der soziale Kontext die Wissensproduktion und technologische Innovation und wie beeinflussen neues Wissen und neue Technologien die Gesellschaft? In ihrem Vortrag stellte sie zentrale Erkenntnisse aus den Bereich vor, die sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch der Öffentlichkeit Orientierung bieten können. Sie erläuterte, dass Wissenschaft und Technologie in ihren gesellschaftlichen Auswirkungen stets auch sozial und politisch geprägt sind; dass viele Technologien ambivalente Effekte haben und sowohl neue Chancen als auch Herausforderungen schaffen; und dass die Öffentlichkeit Technologien und neues Wissen meist nicht isoliert bewertet, sondern im Kontext „sozio-technischer Systeme“, also unter Einbezug der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese Einsichten illustrierte sie anhand von Beispielen aus ihrer Forschung, etwa zu gesellschaftlichen Dimensionen genetischer Tests oder der Genbearbeitung in der Landwirtschaft.
Dr. Dirnberger und Prof. Müller arbeiten zudem in einer aktuellen Initiative zusammen, die STS-Perspektiven in die Physik einbringt und deren soziale, ethische und politische Dimensionen untersucht.
Über die Auszeichnung
Der Rudolf-Kaiser-Preis wird seit 1989 jährlich an eine Nachwuchswissenschaftlerin oder einen Nachwuchswissenschaftler für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik verliehen. Benannt ist er nach dem deutschen Physiker Rudolf Kaiser, der sich 1979 an der TUM habilitierte. Voraussetzung für die Auszeichnung ist, dass die Preisträgerin oder der Preisträger noch keine Professur innehat. Der Preis wird von der Rudolf-Kaiser-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergeben. Das Preisgeld beträgt 30.000 Euro.
Kontakt zur Forschung
- Florian Dirnbergers Forschungsgruppe Excitonic Quantum Materials an der TUM:
https://www.exc-qumat.de/home
Publikation
- „Magneto-optics in a van der Waals magnet tuned by self-hybridized polaritons“. F. Dirnberger, J. Quan, R. Bushati, G. Diederich, M. Florian, J. Klein, Z. Sofer, X. Xu, A. Kamra, A. Alù, V. M. Menon. Nature. doi: 10.1038/s41586-023-06275-2
Weitere Informationen und Links
- Lehrstuhl von Prof. Ruth Müller für Wissenschafts- und Technologiepolitik an der TUM:
https://www.sts.sot.tum.de/sts/arbeitsgruppen/wissenschafts-und-technologiepolitik/ - Alexey Chernikov, Lehrstuhl für Ultraschnelle Mikroskopie und Photonik an der TU Dresden: https://tu-dresden.de/mn/physik/iap/photonics
- Exzellenzcluster BioSysteM und TransforM
https://www.nat.tum.de/nat/aktuelles/article/nat-features-dr-florian-dirnberger/ - NAT Features: Dr. Florian Dirnberger: https://www.nat.tum.de/nat/aktuelles/article/nat-features-dr-florian-dirnberger/
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