Aktuelles aus der Physik
Absolventinnen- und Absolventenfeier am Department Physik am 6. März 2026
Abschlussfeier, Physik |
Die Abschlussfeier des Department of Physics der TUM School of Natural Sciences fand am Freitag, den 6. März 2026, um 16:00 Uhr im Rudolf Mößbauer Hörsaal statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem musikalischen Beitrag des Campus-Chor Garching, gefolgt von Grußworten von Prof. Fritz Kühn (Vizedekan für Studium und Lehre) und Prof. Julia Herzen (Academic Program Director).
Den Festvortrag hielt Dr. Johannes Rothe (Scientific Project Lead, kiutra GmbH, München, und TUM Promotionsabsolvent) zum Thema “Übergang von der akademischen Forschung in die Industrie bei gleichzeitiger Weiterentwicklung von Ultratiefsttemperatur Technologien für das Quantencomputing”. Er schilderte seinen Weg von der akademischen Tieftemperaturphysik in die Industrie, wobei er stets eng mit der Forschung verbunden blieb. Der Schwerpunkt lag auf kryogenen Technologien im Millikelvin Bereich für Neutrinoexperimente und skalierbarem Quantencomputing. Der Vortrag hob die magnetische Kühlung als Lösung hervor (unabhänging von Helium-3) und zeigte Fortschritte auf dem Weg zu kontinuierlicher Kühlung unter 20 mK als entscheidende Voraussetzung für großskalige Quantentechnologien.
Auf Dr. Rothes Vortrag folgte eine Ansprache von Omar Abdelrahman (Bachelor-Absolvent, Jahrgang 2025), der die Bachelor-Absolventen des Fachbereichs Physik vertrat. Vor den angehenden Absolventen und ihren Angehörigen berichtete er von seinen Erfahrungen während des Physikstudiums, zu denen auch eine Bachelorarbeit über Experimente in der Hochenergiephysik gehörte.
Lisa Marie Krug (Master Absolventin, Jahrgang 2025), Physikerin am Heinz Maier Leibnitz Zentrum in Garching, stellte ihre Forschung zur Nutzung von Positronen zur Visualisierung atomarer Defekte in Materialien für Fusionsanwendungen vor. Sie erläuterte, wie die Positronen Annihilationsspektroskopie eingesetzt werden kann, um ansonsten unsichtbare atomare Defekte in Materialien nachzuweisen, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind, wie sie für Kernfusionsreaktoren relevant sind. Der Fokus lag dabei auf Wolfram sowie Wolfram Rhenium Legierungen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Wolfram in einer Legierung mit Rhenium widerstandsfähiger gegenüber strahleninduzierten Schäden ist. Damit wurde deutlich, wie Positronen-basierte Methoden helfen, langlebige und belastbare Materialien zu identifizieren, die für sichere und dauerhafte Fusionsenergiesysteme von zentraler Bedeutung sind.
Dr. Andreas Erhart (Promotionsabsolvent, Jahrgang 2025) sprach über Neutrinophysik mit kryogenen Detektoren im Rahmen des NUCLEUS Experiments. Er arbeitete am Lehrstuhl für Experimentelle Astroteilchenphysik in der internationalen NUCLEUS Kollaboration. In seinem Vortrag gab er einen Einblick in die Physik der Neutrinos und erklärte, wie ultrasensitive kryogene Detektoren im Millikelvin Bereich die Messung der kohärenten Neutrino Kern Streuung mit Detektoren im Gramm Maßstab ermöglichen — im Gegensatz zu herkömmlichen Kilotonnen Experimenten. Hervorgehoben wurden seine Beiträge zur Unterdrückung von Hintergrundsignalen und zur Charakterisierung der Detektoren. Abschließend gab er einen Ausblick darauf, dass NUCLEUS vor seinen ersten Messungen am Kernkraftwerk Chooz in Frankreich steht und damit den Weg für präzise Neutrinophysik bereitet.
Nach einer musikalischen Einlage wurden alle Absolventinnen und Absolventen offiziell geehrt. Dabei überreichten Prof. Herzen, Prof. David Egger und Prof. Peter Fierlinger, der die „Freunde und Förderer der Physik an der TUM“ vertrat, die Auszeichnungen.
Die Abschlussfeier endete mit einem musikalischen Finale des Campus-Chor Garching. Anschließend waren alle Gäste zu einem Empfang mit Getränken und Erfrischungen im Foyer des Physikgebäudes eingeladen.
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